Eine Wurzelspitzenresektion ist der letzte Versuch, einen Zahn zu retten, bevor er gezogen wird. Wenn eine Wurzelkanalbehandlung nicht ausgereicht hat und die Entzündung an der Wurzelspitze bleibt, wird genau dieser Bereich mikrochirurgisch entfernt – der Zahn bleibt erhalten. In unserer Praxis an der Bocholder Straße in Essen-Bochold führen wir diesen Eingriff durch, auf Wunsch in Sedierung oder Vollnarkose.
Der Kerngedanke: Zahnerhalt statt Zahnverlust. Der eigene Zahn ist selbst mit gekürzter Wurzel meist die bessere Lösung als eine Lücke, die später mit Implantat oder Brücke versorgt werden muss.
Wann eine Wurzelspitzenresektion nötig wird
Bei einer Wurzelkanalbehandlung wird das entzündete Gewebe aus dem Kanalsystem entfernt, desinfiziert und dicht verschlossen. Das gelingt in den meisten Fällen. Manchmal aber nicht – und dann bleibt eine Entzündung im Knochen an der Wurzelspitze zurück. Typische Gründe:
- Verzweigte oder gekrümmte Kanäle, die mit Instrumenten nicht vollständig erreichbar sind.
- Seitenkanäle im Bereich der Wurzelspitze, die Bakterien beherbergen.
- Ein verblockter Kanal oder ein abgebrochenes Instrument aus einer früheren Behandlung.
- Ein Stiftaufbau oder eine Krone, die nicht ohne Schaden entfernt werden könnten, um von oben nachzubehandeln.
- Eine Zyste an der Wurzelspitze.
- Beschwerden, die nach der Wurzelbehandlung nicht abklingen – Druckgefühl, Aufbissschmerz, wiederkehrende Schwellung.
In diesen Situationen ist der Weg über die Wurzelspitze direkter und erfolgreicher als ein zweiter Versuch durch den Zahn.
Was beim Eingriff passiert
Der Eingriff wird von außen durchgeführt, über einen kleinen Zugang am Zahnfleisch:
- Betäubung: Lokal, auf Wunsch zusätzlich mit Lachgas, in Sedierung oder in Vollnarkose.
- Zugang: Das Zahnfleisch wird über der betroffenen Wurzelspitze geöffnet und ein kleines Knochenfenster angelegt.
- Resektion: Die entzündete Wurzelspitze wird um etwa zwei bis drei Millimeter gekürzt und gemeinsam mit dem entzündeten Gewebe und einer eventuellen Zyste entfernt.
- Retrograder Verschluss: Der Wurzelkanal wird von unten dicht versiegelt – dieser Schritt ist entscheidend dafür, dass keine Bakterien nachwandern.
- Wundverschluss: Das Zahnfleisch wird vernäht. Die Fäden kommen nach etwa sieben bis zehn Tagen heraus.
- Kontrolle: Nach einigen Monaten wird radiologisch überprüft, ob der Knochen sich wieder aufgebaut hat.
Die Diagnostik davor läuft über digitales Röntgen. Bei Wurzelspitzen im Seitenzahnbereich zeigt die dreidimensionale Aufnahme zusätzlich, wie die Wurzeln zueinander stehen und wie nah Nerv oder Kieferhöhle liegen – wichtig, um den Zugang so klein wie möglich zu halten.
Wie gut sind die Erfolgsaussichten?
Die Wurzelspitzenresektion ist ein etablierter Eingriff mit guten Aussichten – bei Frontzähnen tendenziell besser als bei mehrwurzeligen Backenzähnen, weil dort mehr Wurzeln und komplexere Anatomie im Spiel sind. Entscheidend sind der dichte retrograde Verschluss, der Zustand des umgebenden Knochens und die Stabilität des Zahns selbst. Eine Garantie gibt es nicht: Bleibt der Erfolg aus, ist die Entfernung des Zahns die nächste Option – dann meist mit anschließender Versorgung durch ein Implantat. Wir sagen Ihnen vorab realistisch, wie wir Ihren Fall einschätzen.
Nach dem Eingriff
- Kühlen Sie von außen in Intervallen – Schwellung ist in den ersten Tagen normal.
- Schonen Sie sich körperlich; Sport und Sauna bitte einige Tage aussetzen.
- Weiche Kost, nichts Heißes, die Wundregion beim Putzen zunächst aussparen.
- Nikotin meiden – es verzögert die Heilung des Knochens erheblich.
- Zum Nachkontrolltermin kommen, auch wenn alles gut aussieht. Die Knochenheilung braucht Monate und wird radiologisch überprüft.
Was die Krankenkasse zahlt
Die Wurzelspitzenresektion ist bei entsprechender Indikation grundsätzlich eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse – allerdings mit Einschränkungen: Bei Backenzähnen im hinteren Bereich übernimmt die Kasse den Eingriff nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn dadurch eine geschlossene Zahnreihe erhalten oder ein bestehender Zahnersatz gesichert wird. Zusatzleistungen wie eine Vollnarkose auf eigenen Wunsch sind privat. Wir prüfen Ihren Fall vorab und sagen Ihnen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, bevor der Eingriff geplant wird.
Praxis Essen – Adresse, Zeiten und Terminbuchung
SmartDent Zahnheilkunde Essen
Bocholder Str. 158
45355 Essen (Stadtteil Bochold)
Telefon: 0201 66 39 49
E-Mail: essen@smart-dent.com
Öffnungszeiten
Montag: 8:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr
Dienstag: 8:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr
Mittwoch: 8:00–13:30 Uhr
Donnerstag: 8:00–13:00 und 14:00–18:00 Uhr
Freitag: 8:00–13:30 Uhr
Bei akuten Schmerzen bekommen Sie in der Regel noch am selben Tag einen Termin. Für besonders anspruchsvolle Fälle arbeiten wir mit unserem Hauptstandort Duisburg zusammen, wo ein Fachzahnarzt für Oralchirurgie operiert – Ihre Unterlagen sind digital an beiden Standorten verfügbar.
oder anrufen: 0201 66 39 49
Häufige Fragen zur Wurzelspitzenresektion in Essen
Ist die Wurzelspitzenresektion schmerzhaft?
Während des Eingriffs nicht – er erfolgt in lokaler Betäubung, auf Wunsch in Sedierung oder Vollnarkose. Danach sind Schwellung und Druckgefühl für einige Tage normal; mit Kühlung und einem üblichen Schmerzmittel ist das gut zu kontrollieren.
Wie lange dauert der Eingriff?
Bei einem einwurzeligen Frontzahn meist etwa 30 bis 45 Minuten. Bei mehrwurzeligen Backenzähnen oder schwer zugänglicher Lage kann es länger dauern. Den konkreten Zeitrahmen nennen wir Ihnen nach der Diagnostik.
Hält der Zahn danach noch, wenn die Wurzel gekürzt ist?
In der Regel ja. Es werden nur etwa zwei bis drei Millimeter der Wurzelspitze entfernt – der Zahn bleibt fest im Knochen verankert. Bei bereits stark verkürzten oder gelockerten Wurzeln prüfen wir vorab, ob der Eingriff sinnvoll ist oder ob eine andere Lösung besser passt.
Was ist, wenn die Resektion nicht erfolgreich ist?
Dann ist die Entfernung des Zahns die nächste Option, meist mit anschließender Versorgung durch ein Implantat. Wir schätzen Ihre Erfolgsaussichten vorab realistisch ein, damit Sie eine informierte Entscheidung treffen können – auch darüber, ob Sie den Erhaltungsversuch überhaupt machen möchten.
Übernimmt die Krankenkasse die Wurzelspitzenresektion?
Bei entsprechender Indikation grundsätzlich ja. Bei hinteren Backenzähnen gilt das nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa wenn eine geschlossene Zahnreihe erhalten oder vorhandener Zahnersatz gesichert wird. Eine Vollnarkose auf eigenen Wunsch ist privat. Wir klären das vor der Planung.
